Heute tauchen wir in die Thematik des „inneren Kindes“ ein. Kennst du dein inneres Kind?

Es bezeichnet und symbolisiert die im Gehirn gespeicherten Gefühle, Erfahrungen und Erinnerungen aus deiner Kindheit. Hier ist das ganze Spektrum der tiefen Gefühle wie starke Trauer, grosser Schmerz, Verlassenheit, Angst, Wut oder auch grosse Freude, Gefühle des Glücks, Flow in der Intuition, Neugierde auf Leben, usw. gemeint.

Das innere Kind umfasst alles innerhalb des Bereiches von Sein, Fühlen und Erleben.

Die Arbeit mit dem inneren Kind funktioniert nach dem Prinzip der beabsichtigten, bewussten und therapeutischen Ich-Spaltung zwischen dem beobachtenden, reflektierenden inneren Erwachsenen-Ich und dem erlebenden inneren Kinder-Ich.

So leben wir zwar in einem erwachsenen Körper, doch emotional gesehen scheint ein Teil in uns in gewissen Situationen nach wie vor wie ein 10 jähriges Kind zu reagieren. Dies kennst du bestimmt, wenn beispielsweise Menschen völlig unverständlich und sehr emotional auf scheinbar „Normales“ reagieren. Vielleicht ist dir das auch schon passiert.

Ich denke alle Menschen sehnen sich nach Liebe, Wertschätzung, Schutz, Anerkennung oder Geborgenheit. Deine inneres Kind scheint hier unersättlich zu sein, wie ein Fass ohne Boden.

Es ist heutzutage nachgewiesen, dass die Heilung des inneren Kindes unsere Gesundheit verbessert und wir unsere emotionalen Empfindungen und Reaktionen auf die Vergangenheit verändern können. Doch dazu ist es wichtig zu begreifen, woher diese tiefe Bedürftigkeit kommt.

Beispiel:

Stell dir vor, deine Eltern waren getrennt und dein Vater konnte dich nur alle 2 Wochen sehen. Er machte beim Abschied ein grosses Ritual daraus und litt für dich spürbar. Als Kind hast auch du darunter gelitten und geweint. Du hast gelernt: „Abschied ist sehr schwer und tut sehr weh.“

Wenn heute in den Ferien der letzte Tag beginnt, wirst du unbewusst traurig sein, da der Abschied von dieser schönen Ferienwelt bevorsteht.

Es geht somit um „emotionalen Abschied“, der dein inners Kind noch heute mit Schmerzen und Trauer quittiert.  So wirst du bei einem „emotionalen Telefongespräch“ nicht auflegen können, wirst es schwer haben, dich in eine neue Klasse zu begeben, da du viele deiner Freunde nicht verlieren willst usw.

Die Bedürftigkeit des inneren Kindes

Bereits im Mutterleib sind wir von unserer Mutter abhängig. Als Baby erweitern sich unsere Bedürfnisse an beide Eltern und die Abhängigkeit steigt. In diesem zerbrechlichen Alter vertrauen wir darauf, dass wir uns zugehörig, geliebt, verstanden und gehört fühlen. Bedingungslos.

Auch glauben wir, Geborgenheit, Anerkennung, Nähe und Sicherheit zu erfahren. Doch auch Eltern haben ihre Erfahrungen gemacht und hegen Gründe für ihre Handlungen. Wenn die Eltern selbst ein verletztes inneres Kind in sich tragen und nicht in der Lage sind, all die Bedürfnisse ihres Nachwuchses zu stillen, kannst du dir vorstellen, dass dies Folgen für das Kind hat.

Innere Spannungen, Beziehungskonflikte, physische sowie emotionale Schwierigkeiten scheinen an uns zu kleben wie Kaugummi im Haar.

inneres Kind heilen

Manchmal gehen wir sogar soweit und sabotieren uns unbewusst selbst:

Drogen, Alkohol, Promiskuität (Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern), Essstörungen, Macht- und Kontrollstreben, Arbeitssucht, Materialismus (Sammeln), Schönheitswahn, Perfektionismus, Selbstmitleid oder Fernsehen-, Spiel- und Computersucht.

Mit anderen Worten jagen wir stets einer kurzfristigen Ersatzbefriedigung hinterher. Doch das wahre Bedürfnis erlebt die kalte Ignoranz.

Diese unbewusste innere Leere verschlingt uns regelrecht. Fühlen wir uns damit gut? Nein. Schuld- und Schamgefühle breiten sich in uns aus wie Lauffeuer. Glücklicherweise liegt es in unserer Hand, dem Ganzen ein Ende zu setzten.

So heilst du dein inneres Kind:

Formuliere deine Glaubenssätze um

Schreibe zuerst alle negativen Glaubenssätze auf, die dir durch den Kopf schwirren. Hier ist es wichtig, dass du nicht viel darüber nachdenkst. Stelle dir am besten einen Timer auf fünf Minuten und schreibe drauflos. Wenn es klingelt, lege den Stift zu Seite, auch wenn du noch nicht fertig bist.

Schau dir nun deine Liste an und formuliere jeden negativen Satz in einen positiven um. Es ist wichtig, die Sätze nach deiner inneren Stimmigkeit zu formulieren, denn nur so spürst du keinen Widerstand und kannst das Neue viel besser akzeptieren. Verwende eine Sprache, die dir entspricht. Eine kleine Steigerung ist effektiver als der kalte Wechsel zwischen zwei Extremen.

Beispiel:

Ich kann das einfach nicht. Erfolg zu haben liegt mir nicht.

Umformuliert:

  • Ich bin überzeugt, dass ich es leicht schaffe, wenn ich mehr Zeit habe.
  • Ich glaube, mit etwas mehr Zeit schaffe ich es auf jeden Fall.

Weitere Steigerung mit Einbeziehung des Gefühls:

  • Ich freue mich, dass ich es geschafft habe.
  • Endlich habe ich es geschafft, ich bin so glücklich.
  • Es ist einfach grossartig, dass ich es geschafft habe.

Dein verletztes inneres Kind möchte von dir als Erwachsener diese Liebe bekommen und erinnert dich durch sein ständiges Schreien (in Form von Glaubenssätzen) daran. Dein inneres Kind gibt dir die Chance, dich weiterzuentwickeln. Höre darauf und verdränge es nicht. Natürlich reicht eine Umformulierung nicht aus.

Es muss tief bis in die letzte Zelle dringen und dein Herz erreichen. Für dich bedeutet es, ganz viel zu üben. Mache es dir ständig bewusst. Ich bin davon überzeugt, dass es sich dauerhaft lohnt. Versöhnung mit dem inneren Kind kannst du auch erreichen, wenn du die Hand auf dein Herz legst und dir bewusst wirst, was du nicht mehr willst, bzw. was du willst.

In unseren Energie-Coachings und in der Energie-Coaching-Ausbildung lernen wir solche Glaubenskonstrukte in wenigen Sekunden zu lesen und dauerhaft aufzulösen. Alles ist Energie und kann verändert werden. Ja, dies ist sicher „Jenseits der Logik“ und sehr heilsam.

Alles Liebe!

Dein Bruno