So gelingt dir die Flucht aus dem Gedanken-Gefängnis

GlaubensmusterAls ich mich im Oktober 2005 selbstständig machte, nahm ich mir sehr viel Zeit für die Vorbereitung. Ein ganzes Jahr recherchierte ich meine neuen Themen. Allein über das Thema Kommunikation verbrachte ich 1.000 Stunden im Selbststudium. Dazu alle Charaktertypen-Modelle, NLP, Vertrieb und vieles mehr. Ich modellierte meine Inhalte aufgrund meiner bisherigen Erfolge.

Ich »erfand« dazu die AHA-Expedition® für meine Seminarreihe und schrieb das gleichnamige Hörbuch: »Die Aha-Expedition – Wie Sie beliebt und einflussreich sind!«. 2006 lebte ich ausschließlich von meinem Ersparten und machte mir viele Gedanken, wie ich die Seminarwelt erobern möchte. Es gab immer wieder Momente, in denen ich am liebsten nach draußen gegangen und mich in der frischen Luft im Liegestuhl entspannt hätte. Rein logisch betrachtet macht das ja auch Sinn. Dennoch tat ich es nicht. Warum? Es kreiste in mir der Gedanke: Was denkt denn bloß der Nachbar, wenn ich am Nachmittag um 15.00 Uhr plötzlich im Liegestuhl im Garten liege. Dann denkt der vielleicht gar: »Hm, arbeitet er nicht? Arbeitslos? Geht’s ihm nicht gut?« Mir war es also immer sehr wichtig, was der Nachbar oder andere Menschen von mir denken.

Wenn ich dir das heute so anvertraue, dann weiß ich, das klingt total verrückt. Gut möglich, dass du nur den Kopf schütteln kannst, ein müdes Schmunzeln übrig hast oder mich nicht verstehst. Heute kann ich auch darüber reden und lachen. Ich habe erkannt, dass ich mich selbst in meinem eigenen Gedanken-Gefängnis eingesperrt hatte. Doch damals war es mir bitterernst, ich konnte nicht einfach so »aussteigen«.

Es war mir wirklich wichtig, was die anderen Menschen über mich denken, denn ich bot das Bild des erfolgreichen Agentur- und Projektleiters, welches ich aufrechterhalten wollte. Mein Ego wollte, dass die Menschen von mir denken: »Hey, der Erni ist gut.« Ich brauchte diese Anerkennung aus dem Außen. Heute bin ich stolz darauf, dass ich den Mut hatte, hinzuschauen und das Gedanken-Gefängnis aufzulösen.
Es stellte sich die Frage: Wie erkenne und verändere ich meine Glaubensmuster? Woher kommt mein diszipliniertes Verhalten?

In meiner beruflichen Laufbahn hatte ich zwei sehr strenge Lehrmeister. Das wusste ich mit dem Verstand. Doch was genau schränkte mich derart ein? Ich kam auf vier Schritte, mit denen ich meine Glaubensmuster erkennen und verändern konnte. „

Schritt 1: Zuerst musste mir überhaupt bewusst werden, dass mein Verhalten eine Einschränkung in meinem Leben auslöste.

Schritt 2: Im zweiten Schritt hinterfragte ich mein Handeln: Warum schränkte ich mich ein? Als ein Grund ergab sich, dass ich dachte: Was denkt wohl der Nachbar? „

Schritt 3: In einem nächsten Schritt fuhr ich fort, meine Handlungen zu hinterfragen: Gibt es noch mehr Situationen, in denen ich etwas tue und mir dabei überlege, was die anderen von mir denken? So entdeckte ich den Glaubenssatz: Mir ist wichtig, was andere von mir denken. „

Schritt 4: Zuletzt stellte ich mir die Frage, warum das so ist und woher es kommt?

In einer Meditation fragte ich mich gezielt: »Woher kommt das? Warum ist es mir wichtig, was andere Menschen über mich denken?« Und plötzlich, nach der Meditation, kam mir der Gedankenblitz. Es war mir auf einen Schlag klar. Hier die Geschichte dazu: Ich bin am Rande der Stadt Zürich in ZürichAltstetten aufgewachsen. Wir wohnten in einer günstigen Genossenschaftswohnung. Der Zugang zu unserem Quartier führte über eine neigende Einbahnstraße.

Mein Vater stellte oft den Motor seines sportlichen Fords Capri ab und ließ das Auto 200 Meter lautlos in den Hof gleiten. »Warum stellst du den Motor ab?« fragte der siebenjährige Bruno seinen Papa. »Wenn ich den Motor abstelle, dann gleiten wir ganz leise hinunter. Stell dir mal vor, was da die anderen Menschen von uns denken: ›Wow, was für ein elegantes Auto!‹« Jeder Papa ist ein großes Vorbild, so auch meiner. Ich lernte in diesen Wiederholungen mein ganz persönliches Glaubensmuster: »Ein schönes und ruhiges Auto ist wichtig. Es ist wichtig zu wissen, was andere über mich denken. Wie ich mich verhalte, hat Einfluss darauf, dass man mich wahrnimmt und liebt.« Verstehst du den Zusammenhang? Kein Wunder, dass ich für Autos schon sehr viel Geld ausgegeben habe. Es waren immer große teure Luxusautos. Selbstverständlich habe ich mit der Zeit noch viele weitere solcher eingrenzenden Tatsachen aufgedeckt. Ich lade dich deshalb dazu ein, jetzt auch intensiv bei dir hinzuschauen.

Was engt dich ein? Welche Glaubenssätze hast du? Was reduziert dein wahres Potenzial? Wo sind deine Handbremsen in dir? Die folgenden Fragen werden dir dabei helfen: Was schränkt mich in meinem Leben ein? Wo oder wobei gehe ich nicht frei voran? Wo und wie passe ich mich an? Woher kommt das? Warum verhalte ich mich so? Mit dem »Warum« findest du tiefe Glaubensmuster. Kritische Bemerkung: In meinen unzähligen Coachings habe ich dabei immer wieder festgestellt, dass die Religionen und somit der vorgegebene Glauben uns enorm eingrenzen. Ich überlasse es klar dir, dich in diesem Punkt zu hinterfragen. Was wäre, wenn sich die religiösen Kulturen zum Teil geirrt hätten? Wie würde dein Leben dann aussehen? Auf meiner Website www.brunoerni.com/memberbereich kannst du dazu kostenlos ein Formular herunterladen. Fülle es aus und lösche so vergangene alte Prägungen. Viele deiner Gedanken sind nicht wirklich deine eigenen Gedanken. Heute ist es mir meistens »egal«, was andere Leute über mich denken. Dies hat nichts mit Gleichgültigkeit zu tun.

Ich versuche dabei einfach, auf mein Herz zu hören. Das kann ein langer Prozess sein, denn die Eingrenzung, immer darauf zu achten, was andere über mich denken, habe ich erst 2013 endgültig aufgelöst. Stell dir das vor – da war ich schon 45 Jahre alt. Das heißt also, über 35 Jahre in meinem Leben hat mich dieser Glaubenssatz beeinflusst und eingeengt. Ich habe mögliche Chancen nicht wahrgenommen, weil es mir immer wichtig war, was andere Menschen über mein Leben dachten.

Jenseits der Logik-Tipp

Finde deine häufigsten Glaubensmuster heraus. Allein mit dem Erkennen wirst du frei und unabhängig. Hinterfrage mit dem »Warum« in einer positiven Absicht. Hinschauen, sagte der Meister!

Mehr über dieses Thema finden Sie in meinem Buch: „Jenseits der Logik“: www.brunoerni.com/produkt-kategorie/buecher

Folgende Themen könnten dich auch interessieren:

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.